Rückblick

Beim Lesen Eurer Grüße den Anekdoten und auch beim Abhören der Nachrichten, die Ihr uns auf dem Telefon hinterlassen habt, kam bei uns Wehmut auf und auch Gänsehaut-Momente stellten sich ein. Vielen Dank dafür. Dies war für uns Grund genug, selbst noch einmal die letzten Jahrzehnte Revue passieren zu lassen.

Als wir 1985 kurzentschlossen auf die Idee kamen ein Capri-Treffen zu veranstalten, das erste und einzige bei uns zu Hause in Messel, konnte noch keiner ahnen, dass wir ganze 4 Jahrzehnte später unser „letztes“ Treffen veranstalten würden. Nach Abstechern in Kirchheim „20 Jahre Capri“ und ein Jahr später „5 Jahre Capri Post“ wagten wir 1991 mit 2 Freunden zusammen den Sprung in unser erstes 1000er Capri Treffen mit dem „Capri Deutschland Treffen“ in Mannheim.

3 Jahre später begann die Ära, die dieses Jahr endete. Das erste Treffen auf dem Gelände des Technik Museums in Speyer. Über 800 Capris zwischen Ruinen, teilweise auf Gelände, das heute mit Imax und Eingangshalle bebaut ist. Noch kein Hotel, nur viel Platz und eine gerade fertiggestellte Halle mit provisorischen Zeltwänden. Geduscht wurde im nahen Schwimmbad, Toiletten und Waschgelegenheiten gab es, sofern man das überhaupt so bezeichnen konnte, in zwei kleinen Containern.

Aber die Stimmung war ab dem ersten Treffen einfach super, wir sind mit dem Museum gewachsen, Jahr für Jahr gab es irgendetwas Neues. Heute gibt es eine neue Empfangshalle, das IMAX, die Buranhalle, 3 Hotels und einen Campingplatz. Und alles sieht viel aufgeräumter und ordentlicher aus. Alles hat sich verändert, wir sind älter geworden, vielleicht auch ruhiger und was vor 30 Jahren Standard war, könnte man heute nicht mehr bringen.

In den 90zigern war es die Counts Company, die uns Jahr für Jahr im Festzelt zur Höchstform brachte. Die Stimmung in diesen Jahren war unvergleichbar. Eine Hochzeit auf der Bühne, eine Kindershow, die als Nachmittagsprogramm soviel Zuspruch fand, dass sie auch noch mal abends aufgeführt wurde,- „Hier kommt die Maus“. Bierkrug heben oder die legendäre „Zonk“ Darbietung von Thomas 😊 waren einzigartig. Reifenwechsel an einem echten Formel 1 Auto, Motorradfahrer, die die Capris auf dem Riesengelände eingewiesen haben.

Noch zu nennen wären die einmaligen Ausfahrten 1997 und 1999 auf den Hockenheimring. Alleine die Aufstellung auf der Start/Ziel Geraden war ein Höhepunkt. Und wie kamen die vielen Capris Freitag und Samstag von Speyer zum Hockenheimring? Wir haben einfach die Straßen abgesperrt! Heute, in Zeiten wo jeder ein Handy zur Verfügung hat, undenkbar. Dann wurden die Bilder von allen Capris bzw. die Negative noch schnell zur „über Nacht“ Entwicklung gebracht, damit sie am nächsten Tag als „Papierbild“ für Jeden verfügbar war.

Selbstgebaute und improvisierte Capri-Bars haben die 90ziger geprägt. Die Stimmung darin aber bis heute legendär.

Im Jahr 2000 machten wir einen kurzen Ausflug auf den Hockenheimring. Direkt vor Ort natürlich Ausfahrten auf dem Ring, aber lange nicht mehr so spektakulär wie 1998 und 1999. Wir feierten auf dem Boxendach, eine einmalige Gelegenheit, aber trotzdem, Speyer konnte es nicht das Wasser reichen.

Nach einer kurzen Pause kehrten wir 2005 zurück nach Speyer. Wir lernten Wolfgang Laufer und seinen Renncapri kennen, denn zur gleichen Zeit lief im Museum eine Ausstellung 80 Jahre Ford.

Das neue Jahrtausend brachte noch einige Highlights. Mehrmals durften wir speziell erstellte Capri-Filme im IMAX Kino bewundern. Besonders die Filme zu 40 und 50 Jahre Capri waren der Hit und brachten den Capri auf eine der größten Kinoleinwände Deutschlands. Ein weiterer Höhepunkt war Dieter Glemser der zweimal bei uns zu Gast war und der sich sehr in unserer Community wohl gefühlt hat.

Es gab aber auch ein paar Sachen, die wir heute nicht mehr so machen würden. Besonders ist hier die rasante Durchfahrt durch die Halle zu nennen. Nur um der Presse und dem Fernsehen zu gefallen muss man nicht alles machen, bzw. erlauben.

2013 zogen wir dann von der Festhalle (die der Buranhalle weichen musste) ins Weindorf um. Der größte Vorteil,- eine festinstallierte Bar.

Wir haben viel erlebt in den letzten 3 Jahrzehnten in Speyer. Es sind viele Freundschaften und Bekanntschaften entstanden. Viele Kinder von damals fahren heute selbst Capri. Auch unsere Kinder sind von der Kinderchefin und vom Kinderchef nahtlos in Ihre Verantwortung als Barchefin und Capri Einweiser hineingewachsen. Nicht zu vergessen auch die Capri Sonderausstellung 2019 anlässlich 50 Jahre Capri, die Sven ganz alleine organisiert hat.

Aber leider müssen wir auch an viele Freunde und Bekannte denken, die nicht mehr mit uns das letzte Treffen feiern konnten. Aber auch Sie leben weiter in den vielen Erinnerungen, die wir an die letzten 3 bis 4 Jahrzehnte zusammengesammelt haben. Die Erinnerung an solche Momente lassen so manchen Verlust besser ertragen.

Besonders zu erwähnen sind die vielen Konstanten, die wir in den letzten 31 Jahren in Speyer hatten. Bis auf das letzte Mal war immer ein „Bolide“ zugegen. In den 90zigern der Zakspeed Capri aus dem Museum Sinsheim und im neuen Jahrtausend war es der weiß-blaue Zakspeed vom Berglöwen Herbert Stenger. Zweimal auch noch der Zakspeed von Ford Köln und immer bis auf das letzte Mal Wolfgang Laufer mit seinem Capri I Renn Capri. Unzählige Foto Sessions haben unzählige tolle Bilder hervorgebracht. Weitere Konstanten, auf die man sich verlassen konnte, waren, Reservierte Parkplätze, Camping by Capri, Andreas roter Doppeldeckerbus als Anmeldung, eine Tombola und natürlich unsere legendäre Capri Bar. Oder Wolfgang Heger, der immer einen Tag vor dem Treffen angerufen hat und gefragt hat wie ist das Wetter in Speyer. Für uns persönlich war die wichtigste Konstante unser lieber Freund Marco, der in den letzten 31 Jahren immer dabei war. Vielen lieben Dank dafür lieber Marco

Wenn man alles zusammenzählt haben sich in den 31 Jahren über 6500 Capris, Speyer und das Technik Museum bereichert. Wir sind sehr stolz darauf, euch über 30 Jahre einen Rahmen geboten zu haben, den Ihr mit Leben gefüllt habt.

Wir sagen DANKE für die schöne Zeit mit Euch